Wildkräuter Basics

Die 7 besten Wildkräuter für den Balkon

Wildkräuter für den Balkon
Wohnst Du ebenfalls in der Stadt oder zumindest nicht gerade um die Ecke, einer wunderbar satten und saftigen Wildkräuter Wiese? Dann geht es Dir genau so wie mir. Ich wohne mitten in Düsseldorf. Um also an frische Kräuter zu kommen muss ich entweder ins Grüne fahren….oder ich gehe auf meinen Balkon. Viele Wildkräuter lassen sich nämlich prima auch in kleinen Töpfen oder Balkonkästen ziehen. Nachdem ich im letzten Jahr sehr viel experimentiert habe, kann ich Dir nun meine besten Wildkräuter für den Balkon vorstellen 🙂

Gärtnern auf kleinstem Raum

Wenn der Platz nur begrenzt vorhanden ist, macht es Sinn einige Pflanzen nach oben oder nach unten wachsen zu lassen. Du kannst beispielsweise Kletterpflanzen wie die Passionsblume, Hopfen oder andere schnell rankende Pflanzen an Deinem Geländer entlang wachsen lassen. Eine andere schöne Möglichkeit sind hängende Blumenkübel in die Du zum Beispiel Jiaogulan oder Gotu Kola anpflanzen kannst. Du könntest auch eine Palette in ein vertikales Beet verwandeln. Eine tolle Anleitung dazu habe ich hier gefunden. Die Seite ist zwar auf Spanisch auf die Anleitung spricht für sich 🙂

So kannst Du Deine Ernte maximieren

Es gibt einige Wildkräuter, die Du fast das gesamte Jahr über abernten kannst. Das macht natürlich viel mehr Spaß als Wildkräuter anzupflanzen auf dessen Früchte Du ein oder zwei Jahre warten musst. Daher sollte Deine Wahl der Wildkräuter auf solche fallen, die permanent nachwachsen. Giersch und Gundermann sind hierfür zum Beispiel wunderbar geeignet. Zudem gibt es Kräuter denen Du im Sommer einen „Haar-Schnitt“ verpassen kannst. Anschließend wachsen sie noch einmal richtig schön nach. Auf diese Weise kannst Du die Pflanze zwei bis drei Mal im Jahr abernten. Vor allem die mediterranen Kräuter wie Thymian, Basilikum und Salbei zählen hier.

Hier erhältst Du die passenden Wildkräuter

Ich habe einige meiner Wildkräuter in Online Fachgeschäften gekauft. Besonders empfehlenswert sind hier Gartenmagie Keller und Rühlemann’s Kräuter und Duftpflanzen. Hier findest Du alles was das Kräuterherz begehrt. Von einheimischen Wildkräutern bis exotischen Raritäten ist für jeden etwas dabei. Lass beim Kauf der Wildkräuter jedoch nicht außer acht, dass ggf. „nur“ ein Balkon zur Verfügung steht und erkundige zuvor genau, ob die Pflanze überhaupt in einem Blumenkasten oder Topf überlebt. Du kannst aber auch im Herbst Samen von Brennnessel und anderen Wildkräutern sammeln und sie im Frühjahr aussähen. Oder aber Du kennst jemanden mit einem verwilderten Garten 🙂 Giersch und Brennnessel habe ich mir zum Beispiel als kleine Pflänzchen bei meiner Freundin im Garten gemopst. Und Du glaubst gar nicht, wie schnell der Giersch wachsen kann.

Diese Wildkräuter wachsen garantiert auch auf Deinem Balkon

Ich habe im letzten Jahr so einige unterschiedliche Wildkräuter in unterschiedlich großen Gefäßen angebaut. Ich habe das große Glück, dass ich einen Süßbalkon UND einen Nordbalkon habe. So konnte ich beide Seiten mal ausprobieren 🙂 Einige Wildkräuter haben es leider nicht überlebt, da ich einfach nicht die richtigen Gegebenheiten für sie schaffen konnte. Dafür gibt es eine ganze Reihe Wildkräuter die wirklich super auf dem Balkon wachsen. Alle diese Wildkräuter benötigen ziemlich wenig Pflege. Sie alle sind in diesem Jahr zurückgekommen obwohl sie im Winter ungeschützt auf dem Balkon standen und ich ihnen in dieser Zeit sehr sehr wenig Zuwendung entgegen gebracht habe. Diese Wildkräuter haben es auf meine Top 7 Liste geschafft:

1. Giersch – Aegopodium podagraria

Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich nur drei kleine Pflänzchen mit Wurzel hatte. Diese habe ich im Mai 2016 in einen recht großen Topf gesetzt. Das Ergebnis siehst Du auf dem unteren Bild. Er wächst unermüdlich und kann von März bis in den November hinein geerntet werden. Giersch benötigt keine spezielle Erde, keine Düngerzugaben, keine besondere Pflege. Ich liebe diese Pflanze. Dafür kannst Du den Giersch fast ein ganzen Jahr lang genießen. Du kannst den Giersch für grüne Smoothies verwenden, als Spinatersatz in der Pfanne dünsten, Pesto oder Limonade daraus zaubern oder junge und zarte Blätter einfach roh in den Salat geben. Und nicht nur geschmacklich ist er einfach nur top. Auch sein Anblick ist eine Augenweide 🙂 Ich würde für den Giersch keinen kleinen Blumentopf empfehlen. darin hat er einfach zu wenig Platz um sich auszubreiten. Eine Freundin von mir hat ihren Blumenkasten damit geschmückt 🙂 Hierin gedeiht er ebenfalls ganz wunderbar. Neben Brennnessel ist Giersch eines unserer ältesten Wildgemüse. Die Blätter vom Giersch sind nicht nur super lecker und vielseitig einsetzbar in der Küche. Sie sind auch ganz schön gesund. In ihnen stecken super viele Vitamin und Mineralstoffe. Giersch hat sehr viel Vitamin C (201 mg pro 100g) und ist ein fantastischer Kalium Lieferant (510 mg pro 100g). Im Mittelalter wurde Giersch übrigens gegen Gicht eingesetzt. Daher stammt auch sein lateinischer Name Aegopodium podagraria, Podagra = Gicht.

2. Brennnessel – Urtica dioica

Meine Brennnessel stammt ebenfalls aus dem Garten meiner Freundin. Im letzten Jahr war die Brennnessel noch ein wenig verhalten. Dafür ist sie nun um so größer. Brennnessel wächst recht schnell und wie der Giersch, das ganze Jahr über nach. Im Herbst kannst du neben den Blättern auch die jungen Samen der Brennnessel genießen. Sie schmecken leicht nussig und sind eine tolle Zugabe im Müsli oder Salat. Die Brennnessel kannst Du wie den Giersch im grünen Smoothie genießen, in Aufläufen und oder Suppen verarbeiten oder einen schmackhaften Tee daraus zubereiten. Brennnessel wächst im Blumenkasten oder in einem etwas tieferen Topf mit ca. 15 Liter Erde, kleiner sollte er jedoch nicht sein wenn die Brennnessel groß und stark werden soll 🙂 Auf besondere Erde ist nicht zu achten allerdings sollte sie natürlich torffrei sein. Ich kann Dir die Erde von Neudorff empfehlen. Sie ist zwar etwas teuer aber qualitativ wirklich sehr gut. Brennnessel ist bekannt für seinen sehr hohen Eisengehalt. Daher ist sie gerade für Frauen sehr wertvoll. Zudem darf sie bei keiner Frühjahrskur fehlen. Denn Brennnessel durchspült den ganzen Körper und schwemmt Giftstoffe aus. Übrigens hat man im Mittelalter aus den Stängeln der Pflanze Stoff hergestellt. Heutzutage weiß kaum noch einer dass die „Nessel“ ein Stoff auf Brennnessel ist und nicht wie heute gebräuchlich Baumwolle gemeint ist.  Aber vielleicht gehst Du ja bald mit Deiner Balkonernte in Produktion 🙂

3. Vogelmiere – Stellaria media

Manche Wildkräuter kommen einfach zu einem auf den Balkon. So war es jedenfalls mit der Vogelmiere. Sie hatte sich letztes Jahr in eines meiner Hochbeete eingenistet und nimmt nun fast das gesamte Beet ein. Vogelmiere ist ebenfalls sehr schnell wachsend, hat kleine hübsche Blätter und noch viel hübschere kleine sternförmige Blüten. Sie wächst in kleinen wie in großen Gefäßen aber Achtung. Wenn du sie mit anderen Pflanzen in den Blumenkasten setzt, kann es passieren, dass sie alle anderen überwuchern wird. Stellaria media ist eine sehr ausbreitende Pflanze die das ganze Jahr über blüht. Dadurch ist sie nicht nur eine wunderbare Nutzpflanze sondern auch besonders hübsch auf dem Balkon anzusehen. Vogelmiere überwintert problemlos im Topf und treibt schon ab Februar wieder aus. Zumindest gilt dies für meine Düsseldorfer Balkon Vogelmiere 🙂 Besonders sympathisch ist auch, dass sie sich sowohl in der Sonne als auch im Schatten wohl fühlt. Kulinarisch kannst du die ganze Pflanze verwenden. Also sowohl Blüten und Samen als auch Blätter und Stängel. Roh im Salat oder als spinatartiges Gemüse kannst Du die Vogelmiere fast das gesamte Jahr über genießen. Der Geschmack ähnelt dem des Kopfsalates, hat aber ein intensiveres Aroma. Vogelmiere wartet mit einer ordentlichen Portion Kalium (100g/680mg Kalium) sowie mit sehr viel Vitamin B2 auf. Übrigens kann die Vogelmiere das Wetter vorhersehen. Sind die Blüten der Vogelmiere vollständig geöffnet, so kannst Du davon ausgehen, dass die Sonne in den nächsten vier Stunden scheinen wird. Praktisch oder 🙂

4. Gundermann – Glechoma hederaceae L.

Gundermann ist eine meiner Lieblingspflanzen. Nicht dass die anderen Pflanzen nicht auch toll sind aber der Gundermann ist eine der Pflanzen, die es mir besonders angetan haben. Gundermann blüht bis in den Sommer hinein. Bis dahin kann man seine wunderschönen Blüten genießen. Und die Bienen freuen sich übrigens ebenfalls sehr über diese Köstlichkeit. Apropos, der Kopf einer Biene passt haargenau in die Blüte des Gundermanns. Im Kräutersteckbrief kannst du noch ein paar weitere tolle Dinge zum Gundermann erfahren. Im Blumenkasten, Beet oder Topf…der Gundermann wächst überall. Er kriecht gerne über den Boden, eben ein typischer Bodendecker. Sollte er also keinen Platz mehr im Topf finden, wächst er einfach raus und rankt sich hoch oder runter. Der Gundermann ist winterhart und trägt bis spät in den Winter hinein noch grüne Blätter. Sonne oder Schatten, der Gundermann kommt mit beidem zurecht. Du solltest ihn nur auf keinen Fall austrocknen lassen, denn er steht gerne auf feuchtem Boden. Gundermann ist ein schönes Würzkraut. Wenn ich Würzkraut sage, dann meine ich damit, dass man Gundermann eher wie Thymian oder Rosmarin verwendet. Da er sehr würzig schmeckt, reichen daher oft schon wenige Blätter. Du kannst mit Gundermann prima Kräuterbutter oder Quark verfeinern und die Blüten mit in den Salat geben. Unbedingt solltest du mal die jungen Blätter in flüssige Schokolade dippen. Das Ergebnis ist eine sehr feiner Süßigkeit 🙂 Übrigens wurde früher in England mit Gundermann Bier gebraut in sogenannten Gillhouses. Falls Du ein Rezept hierzu finden solltest, hinterlasse es bitte bitte auf der Pinnwand 🙂

5. Sauerampfer – Rumex acetosa L.

Mein Sauerampfer steht nun schon im zweiten Jahr in Folge in einem Blumenkasten, gleich neben einem Blutampfer. Die zwei verstehen sich ganz gut 🙂 Sauerampfer bevorzugt einen feuchten Boden und einen sonnigen beziehungsweise halbschattigen Platz. Da seine Wurzeln sehr tief wachsen, steht der Sauerampfer lieber in einem etwas tieferen Gefäß. Die Blätter kannst Du immer wieder ernten. Neue Blätter wachsen recht schnell wieder nach. Wenn Du Sauerampfer schon einmal probiert hast, dann weißt Du warum der Sauerampfer so heißt wie er heißt. Er hat für Grünzeug eine ziemlich saure Note. Er ist ein klassisches Wildgemüse und bringt einen frischen Geschmack in Suppen, Salate und Gemüsepfannen. Auch Blüten und Triebspitzen kannst Du mitessen. Die Blätter sind sehr Vitamin C reich. Zudem beinhaltet er Flavonoide, Eisen und Carotin. Hinweis! Sauerampfer ist, genau wie Rhabarber, oxalsäurehaltig. Tägliche große Mengen über mehrere Monate hinweg können zur Schädigung der Nieren führen.

6. Beifuß – Artemisia vulgaris

Beifuß findest Du in der freien Natur fast überall. Er wächst an Bahndämmen, Wiesen, Wegrändern und in der Stadt auf dem Grünstreifen. Im Herbst bilden sich die Samenstränge aus. Diese kannst du prima verwenden um ihn bei dir auf dem Balkon anzuziehen. Eine etwas mildere Salatform habe ich im letzten Jahr im Blumenhandel erworben. Die Blätter sind grüngelblich und ein wenig milder als der Beifuß. Ich staune immer wieder, wie aus einem kleinen Pflänzchen plötzlichen eine so üppige Pflanze heranwachsen kann. Beifuß wird recht groß und freut sich daher über ein wenig mehr Platz. er sollte mindestens in einem Topf mit ca. 10 Liter erde stehen. Gerne steht der Beifuß in der Sonne oder im Halbschatten. Ich habe ihn auf dem Balkon an einer Stelle stehen, an der der Beifuß nur morgens die Sonne abbekommt. Auch hier gedeiht er prächtig. Beifuß ist eine Bitterpflanze. Typischerweise würzt man daher fette Speisen mit Beifuß. Ein Klassiker ist die Gans mit Beifuß. Die Bitterstoffe in der Pflanze fördern die Fettverdauung und machen fettes Essen bekömmlicher. Beifuß kannst Du zwischendurch auch mal als kurz aufgebrühten Tee zubereiten. Das kurbelt den Stoffwechsel an.

7. Knoblauchsrauke – Alliaria petiolata

Ein absolutes Muss auf dem Balkon. Knoblauchrauke ist einfach nur köstlich. In der freien Wildbahn findest Du die Knoblauchrauke häufig bei feuchten Hecken, am Wegrand in lichten Wäldern und auf Wiesen. Die Blätter haben einen leichten Knoblauchgerucht, wenn Du sie zwischen den Fingern zerreibst. Die Rauke kannst Du wie auf dem Bild in einen etwas größeren Blumentopf pflanzen. Sonne oder Schatten mag er gleichermaßen. Knoblauchrauke mag gerne nährstoffreichen, feuchten Boden. Du kannst ihn zwischendurch also ruhig einmal Düngen. Ab März bis in den Sommer hinein blüht er. Knoblauchrauke ist Winterhart. Ich muss allerdings gestehen, dass er die einzige Pflanze war, die in diesem Jahr nicht von alleine wieder gekommen ist. Glücklicherweise stehen mehrere Pflänzchen bei meinen Eltern im Garten. So konnte ich mir zwei mit nach Hause nehmen. Das feine Knoblaucharome macht die Knoblauchrauke so delikat. Er wird auch der Knoblauch für Verliebte genannt 😉 Allerdings verliert er sein Aroma beim Kochen. Daher solltest Du die Blätter und Blüten möglichst roh verzehren um in den vollen Genuss zu kommen. Die Knoblauchrauke ist reich an Vitamin A und C und bringt zudem viele Mineralstoffe und Spurenelemente mit. Eine wahre Bereicherung in Salaten, Brotaufstrichen oder Kräuterquark. Es gibt noch viele weitere Wildkräuter, die sich prima auf dem Balkon ziehen lassen. Manchmal hat man auch Glück und sie sähen sich einfach von alleine aus. Bei einem Freund hat sich beispielsweise das Behaarte Schaumkraut niedergelassen und besetzt nun einen kompletten Blumenkasten. Auch Beinwell, Frauenmantel, Kapuzinerkresse oder Franzosenkraut wachsen mehr oder weniger problemlos auch auf dem Balkon. Besonders spannend sind zudem solche Kräuter, die in den Fugen wachsen. Neben Löwenzahn und Scharfgabe hat sich dort auch das Franzosenkraut breit gemacht. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Gärtnern und Genießen all dieser herrlichen Kräuter. Wenn Du weitere Kräuter für den Balkon kennst, dann schreib diese doch sehr gerne in die Kommentare.

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